Folgen von Hypocalcämie


Gesundheitliche Folgen

Kalzium spielt im Organismus der Milchkuh eine zentrale Rolle und ist essenziell 

für die Skelettmuskulatur und die glatten Organmuskeln – genauso wie für die Nerven und das Funktionieren des Immunsystems. Niedrige Kalziumspiegel können daher weitreichende Folgen für die Gesundheit und die Leistung bedeuten. Das Risiko für Folgeerkrankungen steigt um ein Vielfaches1.

So ist die Gefahr einer Milchkuh, die an subklinischer Hypocalcämie erkrankt ist, 8-fach erhöht, in der Folge an Mastitis zu erkranken im Vergleich zu einer gesunden Kuh. Auch die Gefahr einer Schwergeburt ist um das
2,6- fache erhöht, die Abgangsrate in den ersten 30 Tagen ist doppelt so hoch. Auch die Gefahr von Nachgeburtsverhaltungen ist um das 3- fache erhöht:

1) Houe, H et al. (2001): Milk Fever and Subclinical Hypocalcaemia - An evaluation of parameters on incidence risk, diagnosis, risk factors and biological effects as input for a decision support system for disease control. Acta vet. scand. 42, 1-29.


Unter dem heutigen wirtschaftlichen Leistungsdruck ist es ratsam, früh Maßnahmen zur Vorbeuge zu ergreifen. Sinnvoll sind Präventionsprogramme, besonders wenn man sich Folgendes vor Augen hält:

Der Milchverlust in dieser Laktation liegt bei ca. 2.000 kg

Kühe, die festlagen, brauchen länger bis sie tragend werden

Jede achte Kuh übersteht die Erkrankung nicht

Schäden durch Folgeerkrankungen wie z.B. Labmagenverlagerung, Ketose, usw.



Ökonomische Folgen

Milchfiebererkrankungen haben neben den gesundheitlichen somit auch erhebliche ökonomische Folgen. Die geschätzten Kosten von klinischem Milchfieber liegen bei ca. 300 EUR pro Fall2. Darüber hinaus können die Folgen von subklinischer Hypocalcämie in einigen Betrieben bis zu 1 Cent pro Liter ausmachen3


2) Husband, J (2005): Strategies for the control of milk fever. In practice 27, 88-92.
3) Anonymous (2011): Why partial DCAB for dry cows is better than none. Dairy Farmer, Juni, 14-15